Apple und Spiele: It’s the Software, Stupid!
AppleInsider berichtete gestern über ein weiteres, von einem Analysten in die Welt gesetztes, Gesrücht. Jesse Tortora von Prudential bezieht sich dabei auf neu besetzte Stellen innerhalb Apples, die mit der Hard- und Software-Entwicklung von Spielen zu tun hätten.
Der von Tortora angeführte Grund eines möglichen Apple-Engagements im Spielemarkt leuchtet ein – nämlich, dass Konkurrenten, wie z.B. Microsoft mit ihrer Spielekonsole Xbox 360, versuchen werden, Apples iTunes Store Konkurrenz zu machen. Diese Argumentation macht durchaus Sinn, denn für Microsoft stellt es sich sicher einfacher dar, Millionen von Xbox Kunden dazu zu bewegen, Musik und Filme über das Xbox Live Online-System zu beziehen, anstatt sich immer wieder eine blutige Nase dabei zu holen, störrischen iPod-Nutzern zu erklären, dass Microsoft ihnen doch eine so viel bessere Lösung bieten kann.
Tortora sieht daher eine Notwendigkeit Seitens Apple heraufziehen, diesem Angriff, der sozusagen von hinten durch die kalte Küche erfolgen soll, dadurch zu begegen, dass man nun eben selber eine Spielekonsole anbietet. Dabei könnte es sich entweder um eine “Home Game Console” (ähnlich einer Xbox), oder auch um ein “Handheld Device” (ähnlich einem Nintendo DS oder einer Playstation Portable) handeln. Nun denn.
Wie gesagt, der angeführte Grund – ein möglicher Angriff Seitens Microsofts – leuchtet ein, die vorgeschlagenen Abwehrstrategie ist meiner Meinung aber wenig überzeugend. Sicher könnte Apple die eigenen Anstrengungen im Bereich “Spiele” verstärken und es ist sogar anzunehmen, dass sie das – ein gewisser Erfolg der aktuell erhältlichen iPod-Spiele vorausgesetzt – auch tun werden. Aber, lieber Herr Tortora, das Apple eine eigene Spielekonsole entwickeln wird, ist nicht nur abwegig, sondern schlichtweg Unsinn. Ein solcher Vorschlag ist in seiner Einfachheit sicher verlockend und mag auch dazu beitragen, den aktuellen Hype um mögliche neue Apple-Produkte weiter anzufeuern, allerdings zeugt er auch von erschreckender Oberflächlichkeit und einem nicht zu unterschätzenden Maß an Kurzsichtigkeit.
Schade um die verpasste Chance, denn ein erhöhtes Engagement von Apple im Spielemarkt verdient durchaus eine ausführlichere Diskussion. Dazu möchte ich nun ganz selbstlos meinen Teil beitragen.