Warum Apple eben nicht auf die etablierten Netzbetreiber setzen wird

 24. Dezember 2006, veröffentlicht von Alexander

Auf The Register argumentiert Bill Ray etwas provokativ, warum sich ein Apple Mobiltelefon nicht am Markt durchsetzen wird. Seine Analyse basiert dabei auf folgender Feststellung:

“A new player coming into the market is either going to have to offer the phone unsubsidised, at its true retail cost, subsidise it itself, or find a way to convince network operators they can gain from subsidising the handset. […]”

Es ist in der Tat richtig, dass ein Neueinsteiger aus diesen drei Varianten wählen kann, um in den Mobilfunkmarkt eindringen zu können. Soweit so gut. Wackelig ist allerdings die Begründung von Ray, warum “we are left with Apple trying to sell its phone to existing network operators using the same tactics as its competitors”.

Genau daran glaube ich nicht - aus drei Gründen:

Grund 1: Die Marke

Da wäre zunächst einmal die Marke, sei es nun “Apple” oder “iPod”. Bei beiden handelt es sich, wie von Ray richtig erkannt, um so genannte Premium-Marken, für die Kunden also bereit sind, etwas mehr zu bezahlen.

Dies würde also vermuten lassen, dass Apple durchaus die Möglichkeit hat, Mobiltelefone ohne Subventionen durch die Netzbetreiber über die eigenen Retail-Shops zu vertreiben. Ray argumentiert, dass Siemens mit seiner Premium-Marke “Xelibri” auf diesem Wege gescheitert ist und sich lediglich Nokias “Vertu” Reihe mit Preisen um die 4.500 US$ ohne die in der Branche übliche Subvention durchsetzen konnte.

Das Siemens mit einer neu ins Leben gerufenen Premium-Marke gescheitert ist, sollte nicht als Argument genügen, dass Apple mit seiner etablierten Marke das selbe Schicksal ereilen wird. Mobiltelefone von Siemens waren bereits zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gut genug, um dann auch noch die Grundlage für eine neue Premium-Marke zu bilden. Zudem darf doch nicht ernsthaft erwartet werden, dass eine Firma mal so eben eine neue Marke aus dem Boden stampft, für die Kunden dann bereit wären, tiefer in die Tasche zu greifen. Protz funktioniert in der Kategorie “Vertu”, aber darunter erwarten die Kunden dann schon etwas mehr, das sie mit dieser Marke verbinden können.

Sowohl die Marke “Apple”, als auch die Marke “iPod” bieten dieses “mehr”. Und Apple selber nimmt die Pflege seiner Marken sehr genau. So werden iPods beispielsweise nicht verschenkt, sondern lediglich verlost. Warum sollte die Firma da bereit sein, durch Subventionen den Wert ihrer Produkte - und damit letztendlich auch der Marke - zu verringern?

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